Behandlungsablauf

Der typische Behandlungsablauf einer Matrixassistierten Knochenmarkstimulation wird nachfolgend beispielhaft am Kniegelenk beschrieben.*

 

 

1. Initiale Arthroskopie

Typischerweise wird in einer initialen arthroskopischen Untersuchung das Ausmaß des Gelenkschadens beurteilt. Größe und Grad des Knorpeldefektes können festgestellt und notwendige begleitende Eingriffe, wie z.B. die Behandlung von Meniskusschäden, durchgeführt werden.

 

Für Defekte kleiner als 2 cm² ist meist Debridement des geschädigten Knorpels und ggf. eine reine Mikro- oder Nanofrakturierung ausreichend. Wird während der Arthroskopie eine Defektgröße über 2 cm² festgestellt, sollte das Defektareal nach Herstellen des subchondralen Zugangs zusätzlich mit einer Cartimaix Membran abgedeckt werden, um ein Abwandern der aus dem Knochenmark austretenden Stammzellen in den Gelenkspalt zu verhindern.

 

 

2. Präparieren des Defektareals

Dazu wird je nach Knorpeldefektlokalisation das Kniegelenk typischerweise durch einen kleinen Schnitt (Miniarthrotomie) standardmäßig eröffnet.

Das Defektareal wird durch Abtragen von gelösten und defekten Knorpelanteilen mittels Ringkürette oder Löffel stabilisiert.

 

 

3. Defektabdruck mit dem Template

Um den exakten Zuschnitt der Cartimaix Membran auf das präparierte Defektareal zu erleichtern, wird die jedem Cartimaix Produkt beiliegende sterile Aluminiumfolie („Template“) mit der beschrifteten Seite nach oben auf das Defektareal aufgelegt und durch leichtes Andrücken der Umriss des Areals abgeformt. Entsprechend der übertragenen Kontur wird das Template zugeschnitten. Danach erfolgt eine Kontrolle durch Einpassen des ausgeschnittenen Templates in den Defekt.

 

 

4. Vorbereitung und Zuschnitt von Cartimaix

Die Cartimaix Membran wird aus der sterilen Verpackung entnommen und kann entweder trocken oder rehydriert zugeschnitten werden. Bei einem Zuschnitt in trockenem Zustand sollte eine leichte Zunahme der Membranoberfläche beim Befeuchten berücksichtigt werden. Das zugeschnittene Template wird nun mit der unbedruckten Seite auf die glatte, dichte Seite der trockenen oder rehydierten Cartimaix aufgelegt und die Matrix entlang der Schablone exakt auf die zuvor abgenommene Form des präparierten Knorpeldefekts ausgeschnitten.

Das Template wird entfernt und die zugeschnittene Cartimaix Membran kann in das Defektareal eingepasst werden. Dank der hervorragenden Handling-Eigenschaften von Cartimaix auch im rehydrierten Zustand ist eine Korrektur des Zuschnitts nach dem Einpassen problemlos möglich.

Um eine sichere Fixierung der Membran zu gewährleisten, sollte Cartimaix innerhalb der gesunden Knorpelumrandung liegen und diese nicht überlappen.

Achten Sie beim Handling der Membran bitte auf die Orientierung der Seiten.

5. Zugang zum Knochenmarkraum schaffen

Nach Debridement und dem Zuschnitt der Cartimaix wird die subchondrale Knochenplatte z.B. mit einem spitzen Meißel oder einer Ahle perforiert und auf diese Weise ein Zugang zum subchondralen Knochenmarkraum geschaffen.

Jüngere Studien zeigen verbesserte Ergebnisse für dünnere und tiefere Perforationen.20-24 Neuartige Instrumente wie z.B. das NanoFX® System ermöglichen die Erzeugung besonders kleiner und in ihrer Tiefe definierter Zugänge zum Markraum. Um die mechanische Stabilität der verbleibenden Knochenbrücken zu erhalten, sollten die Perforationen nicht in kleineren Abständen als 3-5 mm erfolgen.

Zur nachfolgenden Fixierung der Cartimaix Membran wird anschließend Fibrinkleber auf das präparierte Areal aufgetragen.

6. Einbringen von Cartimaix

Die Cartimaix Membran wird nun mit der rauen, faserigen Seite in Richtung des präparierten Areals eingebracht und durch digitales Anpressen auf den Fibrinkleber fixiert. Ein zusätzliches Fixieren durch unterbrochene Nähte ist in der Regel nicht notwendig, bleibt aber der jeweiligen OP-Situation und der Präferenz des Operateurs überlassen. Nach Adhäsion durch den Fibrinkleber (ca. 5 Minuten) wird durch 10-maliges Durchbewegen des Gelenks der korrekte Sitz der Membran kontrolliert.

Bei Bedarf kann für 24 Stunden eine Redon-Drainage angelegt werden (ohne Sog). Abschließend erfolgen der Wundverschluss und gegebenenfalls das Anlegen einer ruhigstellenden Orthese.

Literatur zum Behandlungsablauf 16, 19-22, 25-27

 

 

 

* Die individuelle Behandlung durch den Operateur kann hiervon in Teilschritten abweichen. Die generellen Prinzipien des sterilen Arbeitens, der Patientenmedikation und die allgemein üblichen Chirurgischen Techniken müssen befolgt werden. Beachten Sie die dem Produkt beiliegenden Anwendungshinweise und Anwendungseinschränkungen.

 

NanoFx® ist ein Warenzeichen von Arthrosurface, Inc. (USA)